
Bei lächerlich warmen Dezemberwetter, ohne Schnee haben wir ein Wochenende mit Freunden in Tirol verbracht und Luca hat zum ersten Mal winterliche alpine Bedingungen erlebt. Am Samstag sind wir mit Filip, Harry und Kerem zum Kitzsteinhorn Skigebiet mitgefahren, dort wo es die einzigen Pisten mit befahrbarem Schnee gibt, und es tat schon sehr weh mit einer Gondelbahn auf einen Gletscher hochzufahren um uns etwas “auszutoben”, aber manchmal geht es nicht anders. Was uns dorthin lockte war der Klettergarten den es dort oben gibt. Verstreut am Rande der Pisten und Lifte gibt es eine Sammlung von großen Blöcken und kleineren Wäanden, super abgesichert und mit Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Und weil Luca so besessen vom Klettern ist und wir in letzter Zeit viele Geschichten von großen Erstbegehungen und Expeditionen gesehen und gehört haben, wollte ich ihm in kontrollierter Umgebung einen Geschmack vermitteln wie es wirklich in den Bergen und auf echtem rauhen, kalten Fels ist wenn der Wind pfeift, die Füße frieren und die Höhe einem zu schaffen macht einfach. Ich will auf keinem Fall, dass wir zu den typischen Sofa-Alpinisten werden deren abenteuerliches Highlight ein Tag in der Kletterhalle ist und sich sonnst nur mit dem Konsum von YouTube Filmchen und Online Nachrichten über die Abenteuer anderer beschäftigen. Uns bleiben effektiv zwar nur die Wochenenden und die Schulferien, aber auch als Weekend Worriors können wir das Beste daraus machen und zumindestens richtige Alpinistenluft schnuppern wenn nicht immer mit vollen Zügen einnehmen.
Luft geschnuppert haben wir an diesem Wochenende auf alle Fälle: dort oben beim Kitzsteinhorn pfiff der Wind, es war bitterkalt und wir hatten zwar einen herrlichen coolen Felsblock gefunden mit einer perfekten IIIer Toprope Route aber bis ich das Toprope eingerichtet hatte und Luca seine Kletterschuhe anhatte waren wir bis auf die Knochen durchgefroren und für Luca war es hart. Er hat sich tapfer die Route hochgekratzt nachdem er seine La Sportiva Bergschuhe wieder angezogen hatte und dicke Handschuhe übergestülpt hatte aber dann war Schluss. Er hat sich schnell abgeseilt und hat sich dann aus dem Staub gemacht und einen windstillen Platz gesucht während ich mit der Ausrüstung nach kam. Wir haben uns dann bergauf wieder zur Bergstation der Gondel geschlagen und waren sehr dankbar für die Wärme in der Station. Ein Klettererfolg war der Tag also nicht aber dafür voller neuer Erfahrungen, vort allem für Luca. Das Gute und das Ausschlaggebende: einmal aufgewärmt hatte Luca wieder gute Laune und wollte sofort wieder raus und weiter machen und so lange er Freude und Spaß hat ist alles gut und machen wir weiter.



